Nochmal am Fenster stehen, vor der Nacht. Fixpunkte suchen, schauend, lauschend: Mond, Park, Stadtbahnlinie, Kneipenmusik. Sich versteckt genug fühlen, verschmolzen mit dem dunklen Hintergrund des schmalen Zimmers. Gegenüber werden Kleiderbügel und Wäschestücke von Schrank zu Balkon und wieder zurück getragen, das grellweiße Licht dahinter blendet, verstärkt das Eigenwillige dieses Rituals erheblich. Letzte Dämmerung schmilzt und löst sich auf, zwei grün blinkende Roller tragen Teenager über die Kreuzung stadtauswärts, fast geräuschlos. Der Moment ist sanft und duftet nach einer Ahnung von Wald.

10pm, almost, again. Digging through personal data, with surprising results. Taking way too long to discover a misunderstanding of timestamps and timezones that should be absolutely obvious. Once fixed, results are closer to expectations. And boring. Not sure which outcome to prefer.

Kurz vor Dämmerung: Leerlauf im Grünen. Erwägungen zu Produktivität, Kreativität, dem Wert von Sekunden und zu viel Grübelei. Eigene Muster, alte Programme, Ringelblumen, Malve. Dazu Waschbärkontakt über die Kamera, und zerzauste Grünfinken, die Körner ins Dickicht unter dem Flieder werfen. Es wird interessant zu sehen, wie sich die Vegetation neu ordnet. Irgendwo Kommerztechno-Bässe, und eine Ameise auf dem Handgelenk. Verspannt und verbogen. Alles viel zu kalt.

That small step, 4pm, glaring reflections on a swinging terrace door. Rapid task switching again, mental notes to spare enough time for taking minutes - failed at that once more. And pondering an algorithm to generate novels by rearranging all the words that were said but lost along the tracks in friction. Most likely odd, plotless stories of confined cubicles and wide digital pseudo-spaces. (The sun is real, for that matter.)

Wieder später, der Tag blieb klar und kalt. Exkurs ins Freie, auf der Treppe den kaputten Fahrstuhl umgehend. Zu schnell aufgebrochen, und jetzt die Unsicherheit mit sich tragen, Dinge vergessen zu haben. Einige Gebäude weiter wird das Erdgeschoss umgeräumt, alte Schreibtische weichen neuen Schreibtischen, Monitore und Telefone finden ihren Platz. Eine ältere Dame ist damit beschäftigt, einen älteren, müden Hund zu motivieren, der an der Ecke steht und lustlos Robiniensprößlinge beschnüffelt. Der Schnellimbiß führt Handwerker und Studenten des Viertels zusammen, man bewirbt Nudeln mit Wurstgulasch nach DDR-Rezept und scheint damit Schnittmengen zu finden auch mit jenen, denen diese historische Erfahrung aus erster Hand altershalber sicher fehlt. Soundtrack: Xylophonklingelgeräusche, rauhes Gelächter, und Wind über Beton.

9am and on. Clearing log files, waiting for the component to settle and reconsider its narrowly cut slice of the world. Too: Reading on, writing responses, deleting responses. Breathing. Rewind, repeat.

Dann: Augenblicke verlieren Augenblicke gewinnen innehaltend neben der Route, den Grünspecht zu beobachten. Immer wieder ein wenig fröstelnd unter mehr Jacke, als man dem Monat eigentlich zugestehen möchte. Immer wieder mit sich darüber verhandelnd, ab wann all das Offene und Liegengelassene von vor den Dämmerungen wieder seine Wichtigkeit bekommen darf. (Treppenhauskontakte, kurz vor der Büroküche. Die übersehenen Schatten des frühen Morgens tragen, rollen, schleppen Reinigungsgeräte und Mülltüten aus dem Fahrstuhl. Hohe Taktung, harte Effizienz, und schon schließen, öffnen die Türen wieder in den eigenen Mittwoch, in langsam erwachenden Fluren. Habt es mild heute!)