Anderswo prangen wütende Phrasen an gentrifizierten Fassaden. Spielstraße aus Beton und Asphalt, zerkratzter Luxuswagen in einer Schottergarteneinfahrt. Jungerfolgreiche Menschen, die sich Platz suchen und machen. Aber man findet immer irgendwo ein Wohnzimmercafé und ein wenig Abstand von der Welt vor den Türen. 

Tischdekoration in einem Café

📷 lost-in-moments 

Nach der Mittagsstunde tanzt ein forscher Wind um die Laube. Warmes Licht auf der Haut. Meisen und erste Knospen im alten Flieder. Erde unter den Fingernägeln. Kaffee, Keks, gelbe Blumen und eine seltsame Ruhe dort, wo man an die äußere Welt reicht.

Gelbe Krokusse.

📷 urban-escapism

(Tee im Warmen. Welt hinter eigenen Türen aussperren. Die Forsythie beobachten, die in der alten bastumwundenen Vase blüht. Gelblichgrauer Himmel, gelbgraues Gefühl.)

Orte zwischen Orten zwischen Büchern. Das Schweigen der Regale, Blättern durch Seiten, zufälliges Wissen aus zufälligen Nischen. Erster Vorabend hinter den hohen Glasfenstern. Und Versprechungen von Frühling und Sommer in kleinen Tüten. 

Saatgutbibliothek. Händisch beschriftete braune Tüten in einem hölzernen Aufsteller.

📷 lost-in-moments 

Eine halbe Strecke später umfasst von Wald. Irgendwann ist man abseits genug, die verschiedenen wütenden Zweiräder auf engen Wegen hinter sich gelassen zu haben. Irgendwann verheddern sich Gespräche und Gedanken in den Widersprüchen, Technologien der Zeit einfach und weniger kritisch zu umarmen, und dem Wunsch, wieder mit bloßen Händen zu schreiben und gegen die eigenen Fähigkeiten das Zeichnen lernen zu wollen. Und dann steht man noch tiefer im Wald, lauscht diversen ungesehenen Vögeln und nicht einmal die Schatten weisen eine Richtung. 

Eichenblatt, abgeschnittener Ast, Schatten auf Waldboden.

📷 lost-in-moments