Wieder wird Nacht. Ein neuer Wind singt um die Dächer. Die Mole blieb heute leer, in den Ankerplätzen vor der Küste warten große Schiffe auf ihre Ladung und die Ziele der nächsten Tage. Über leerem Tisch flackern die Reste einer kleine Kerze. Gepackte Taschen, leere Gläser. (Das Innehalten vor dem neuerlichen Weiterziehen. Aber noch ist etwas Zeit. Suchen nach Sternen über der dunklen See. )

Zur Nacht kommt der Nebel den Dünen wieder näher. Positionslichter und Leuchtfeuer werden erst strahlender, dann matter in milchiger Trübe. Zwei Schiffe kreuzen einander, auf dem Weg zwischen Hafen und offenem Meer. Auf der Straße hinter den Liegeplätzen verschwindet ein Transporter im Hinterland. (Keine Ufer, keine Küstenlinie. Und auch heute keine Sterne über oder auf den Wellen.)

Später genug: Die Wärme anderer Zimmer und die Kälte, die von großen Fenstern ausgeht. Die große Uhr tickt, einige gefühlte Schritte entfernt tuckert ein Schiffsmotor vor sich hin. Das Wasser in der Mole kräuselt sich in Mustern, die die Reflektionen rostroter Lampen immer wieder zwischen Ordnung und Chaos hin- und herwerfen. Stetiges, ruhiges Signalfeuer des Leuchtturmes inmitten von Finsternis, und dahinter ein erahnter Horizont und die Punkte all jener, deren Nacht keinen sicheren Hafen hat. Weite, wohin das Auge blickt. Und keine Sterne im hohen Himmel.