Vorabend, irgendwann. Feuchte Steine, feuchte Erde und unter der großen Tanne zeichnet ein staubiger Kreis die Grenzen der heutigen Schauer. Einige Wohnungen weiter unten dröhnen Möbelbewegungen durch anscheinend fast leere Räume, gelegentlich unterbrochen von verschiedenfarbigem Klirren und gepressten Schimpfworten. Dinge, die man am Nachmittag beginnt, will man erledigt haben, bevor mit dem dünner werdenden Tag die Unzufriedenheit wächst. Erfolglose Suche nach passender Musik.
Halbe Strecke unter Frühlingshimmeln. In der anderen Stadt sitzen zwei alte Herren bei Kaffee und Kuchen, keifen gegen die Welt und sinnieren darüber, wie diese bunthaarigen faulen Jugendlichen früher auf Linie gebracht worden wären. Die bunthaarige junge Frau am Tresen verdreht nur die Augen und begrüßt freundlich einen nächsten Kunden. Mischbrot, Streuselkuchen, Hefegebäck. Kirchglocken zur Mittagsstunde.
📷 lost-in-moments
(Alle Hörer aufgelegt. Schreibtisch in Parkstellung. Abgeschlossene Türen, die Schritte führen durch andere Gegenden. Bilder sammeln von altem Grau, neuem Grün und dem blühenden Gebüsch neben der Postfiliale, die schon seit Jahren staubig vor sich hindämmert. Und irgendwann zieht wieder Regen auf, irgendwann flieht man abendwärts, heimwärts.)
Merklich weiter, mit der Dämmerung in das Viertel schleichend: Duft der gewohnten Stadt. Einige vertraute Gesichter. Herstellen minimaler Ordnung. Und Supermarkt des geringsten Misstrauens. Nicht aus übermäßig großer Begeisterung, aber aus dem Pragmatismus, Dinge zu finden, ohne daran viel Wahrnehmung und Denken zu verschwenden. An den Selbstzahlerkassen haben die Streikposten gewechselt, ein neues Terminal ruht unter dem bewährten Schild, das über den unerwünschten Betriebszustand informiert. Verschiedene Fragen hängen im Raum. Das Thema bleibt vorsichtig interessant.
Der ortsansässige Buchladen sucht Nachfolge ab Jahresende und jetzt streiten innerer Fantast mit dem Pessimisten und dem Pragmatiker. Luftschlösser und Abwegigkeiten. Fluch und Segen völliger Unbedarftheit.