Wenn die Füße wieder auf Asphalt stehen, Kälte von Klima-Anlagen aus großen automatischen Türen quillt und die letzten weißen Lampen verlöschen, merkt man, dass man wieder in den Morgen gefunden hat. Am anderen Ende der Stadt ketten Handwerker alte, mit Farbklecksen übersäte Fahrräder an das hohe Gerüst, ein Lehrling im Blaumann trottet mit Tüten und Flaschen aus dem Supermarkt quer über die Kreuzung zum Baucontainer. Tauben sitzen auf den Fassaden und starren in den erwachenden Tag wie zu klein geratene Wasserspeier. In den eigenen Fluren herrscht noch jene frühe Stille, in der man am Fenster steht, in ein halbdurchsichtiges Spiegel-Selbst schaut, die Ferne des Horizonts dahinter wahrnimmt und sich, einmal mehr, in all das große Indifferente einzuordnen versucht. Erster Kaffee. Nochmal gähnen. Und dann langsam los. Habt es mild heute!
(Der Morgen, auch: Immer wieder jene seltsame Auswirkung spüren, die die tägliche Seele erfährt, wenn man aus den trüben Straßentiefen hoch in die Büro-Flure gefahren ist und das Licht der neuen Sonne in den Tag fluten spürt...)