Und Dorfabend. Irgendwie fanden die Stunden ihren Weg, ihre Strecke, blieb Stadt zurück und der Duft nächtlichen Frühlings über den Hügeln ein dominierender Eindruck. Immer wieder Verweilen an der Hintertür, Lauschen ins grünende undurchsichtige Nichts, in dem der Bach talwärts rauscht und die kleinen und größeren Tiere sich vorsichtig aus ihren Quartieren wagen. Durchatmen, ein Husten unterdrücken, um den Moment nicht zu stören. Und das Glas leeren auf dem Weg in den heutigen Schlaf. Have a pleasant night wherever you are!
Und schon wieder weiter gereist mit dem Tag. Schritte um die Häuser, keinem bestimmten Ziel folgend, nur um ein wenig Bewegung in das eigene Verspannte zu bringen. Auf den Straßenzügen liegt warme Luft, die nach Frühling, Asphalt und einer seltsamen Leichtigkeit duftet. Die Studenten kehren vom Einkauf zurück, den rostigen Handwagen schon vollgepackt mit jenen Sachen, die man eigentlich erst später im Jahr braucht, auf den sanften Uferwiesen entlang des trägen Stromes. Ahnungen von Wochenendvorsätzen. Rückkehr, irgendwann. Das Gelb am eigenen Fenster wird heller, Katze döst in einem Sonnenfleck und einen kurzen Moment verlieren die Stunden etwas von ihrem Schwung.
📷 lost-in-moments
Schatten, grelle Wärme, Schatten. Am Flusslauf spielen Kinder, die Fähre schlägt hart gegen den Anleger. Eine Wiese voller Frühblüher, daneben alte Pavillons und gelegentlich Eichhörnchen. Das Fordernde in der Nähe zu vieler Menschen.
Samstagvorabend. Küchenromantik: Roti-Brote, indisches Curry, noch kein Wein. Draußen wütender April, immer zwischen Schneeregen und später Sonne. Katze liegt im hellen Viereck, das das Fenster auf den Boden zeichnet. Die Stunden verspielen sich.
Mittag genug: Lücken füllen mit Lektüre für die kommenden Termine, während die vergangenen langsam abklingen. Imbiss am Schreibtisch, nochmal Kaffee, Amseln und Lieferfahrzeuge auf der Tonspur. Zwischen den Häusern wird es wärmer, erste Kinder tragen größere und kleinere Waffeln voll Softeis in die Straße. Blassblauer Himmel, eine Farbe wie aus überlagerten Filmen. Noch kann man recht gut durch die Bäume schauen, aber neues, dichter werdendes Grün übernimmt kontinuierlich das Bild der Nachbarschaft. (Es gibt Schlimmeres.)