Andere Routinen und schlechte Gewohnheiten, etwa: Das Erwachen knapp genug vor der Zeit, so dass sich nochmaliges Einschlafen nicht lohnt und der Morgen trotzdem ferner ist, als man ihn gern wüsste. Navigation um unsichtbare Hürden, nackte Fußzehen an harten Ecken. Ein passend hartes Wort noch nicht zur Hand, die Sprache noch nicht wieder in Gang, somit bleibt missbilligendes Brummen als erstbeste Reaktion. Die Schatten sammeln sich in der Küche und sehnen sich dem Sonnenaufgang entgegen. Taktlosigkeit der Leere vor dem ersten Kaffee. Habt es mild heute.
Stadtbunt, Stadtgrün, Stadtgrau. Orte, die nicht direkt abstoßen, aber Erinnerungen auf links drehen und ein unscharf bedrückendes Gefühl zurücklassen. Alte Cafés verschwanden, das neue hat schon geschlossen und am Schaufenster strahlt jenes zweifach gestrichene gelbe B. Klaviermusik und tiefer Gesang von irgendwo, ein junger Bürobewohner steuert sein schwarzes Monstrum unsicher durch die enge Gasse. Mittendrin und doch etwas außerhalb. (Wenn all das Verspannte, Nervöse, Verstörende plötzlich abfiele ... was bliebe dann?)