Nochmal am Straßenrand, Auge in Auge mit einem bleichen Mond. Gegenüber sind die Fenster trotz der Kälte weit geöffnet, Gelächter und Partymusik irren durch den fortschreitenden Abend. Unten steigt ein junges Paar in ein Monstrum von Auto, in dem sofort ein ebenso großes Display aufleuchtet und alle Arten von Klängen ertönen. Für einem kurzen Augenblick ertappt man sich bei dem Gedanken, wie es sich wohl anfühlt, dieses Ungetüm in die Nacht zu steuern, dorthin, wo die letzten Spuren von Tag mit den westlichen Hügeln verschmelzen. Sinnieren über Spieltrieb, Notwendigkeit und Vernunft, während der alternde Stammtisch in der Kneipe eine weitere Runde ordert. Geistige Skizzen kurz vor dem Schlaf. 

(Watching the stream of information that makes for these hours, a bit thinner and shimmering in different colours sometimes. Other rituals give up day for night, other habits to handle everything in between. 11pm, eyes small, mind still exercising.)

Immer nach der Nacht immer vor der Nacht. Holzfußboden unter dem Rücken, verspannt, verkrampft. Die schlechten Gewohnheiten in den Knochen und den Muskeln spüren. Loslassen als Superkraft, die leider fehlt. Jenseits der Straße tanzen schwarze Baumwipfel vor dem eigentümlich hellen Stadthimmel und seinem diffusen Schimmer, und dann und wann ist man erstaunt, wie weit die Blätter und Äste mittlerweile die Häuserzeile und ihre Giebel überragen. Die Summe der kleinen Änderungen, die auch die eigenen Haare schütter, den Bart grauer, die Gedanken schwerer werden lässt. (Nachhall der Woche und ihrer Müdigkeit. Ein Blatt im Wind, ein Stern inmitten trüber Wolken.) 

10pm, again. Remainders of dusk quickly waned, darkness wraps the houses across the street. One huge display again over there, tonite filling the rooms with red and green light. Soul and mind floating in a realm of digital visions. And still there's a small candle burning on the windowsill, like a symbol to keep a warmth in the cooling-down night. (Maybe sometimes it takes symbols like this.)

Reflection of sky and clouds on the river. Shore, sand, green bushes in front.

Early evening. The quietness of the waves. Soothing clouds. A silent sound in the green. And odd observations on how perception of the world changes when being for a while committed to a particular topic. // 366skies 

Eigenes Viertel, schließlich. Vertrautere Musik, und irgendwie fügt sich der Moment wieder besser. Verschlafene Bürgersteige, Laternenlichter brechen sich in Regentropfen auf den parkenden Autos. Schnittpunkte einiger gemeinsamer Routen, heute, einige bekannte Gesichter, flüchtiges Erkennen, zurückhaltende Gesten, unsichere Worte. Späte Pendler, frühe Nachtschwärmer. Und überall nur Reste des Abends, halb durchsetzt von Träumen, den unruhigen, den unrealistischen, und den hoffenden.

Somewhere next to 11pm. Again. At least there are stars now, and they reside in the upper left corner of bedroom windows. Maybe just knowing where to find them is well enough.