Später: Apfelkuchen und Passivrauch. Dazu Mineralwasser aus der großen grünen Flasche, um dem Koffein und seiner wunden Nervosität entgegenzuwirken. Die Terrasse ist kühl und windig unter hohem Betondach, durch dessen Ritzen warme Sonnenschwerter schneiden. Nebenan treffen sich Grüppchen von Büro-Uniformierten am Fahrstuhl, jeder umgeben von einer verstörenden Aura aus Geltungsdrang, Egozentrik und Unsicherheit. Unten plätschert derweil der Springbrunnen vor sich hin, Anforderungen für den Nachmittag ordnen sich in einer chaotischen Warteschlange, der Kalender füllt seine Lücken. Immer weiter im Text - die Frage ist nur: In welchem?

(Transit. Windjacke gegen den zumindest vorübergehenden Herbst. Quer über die Plätze, zwischen den Buden hindurch, an denen Touristen Zuckergebäck und Aperol kaufen. Durch die Gassen, in denen das Personal der Restaurants bei einer Zigarette seine Mittagspause verbringt. Vorbei an den neuen Stadtbauten, den mondänen Glasfassaden, vor denen ein vollgepackter Einkaufswagen neben einem verdreckten Schlafsack steht. In der eigenen Straße schimpft ein alter Mann auf eine Gruppe Teenager ein, die ihn geflissentlich ignorieren. Er kämpft umständlich mit seinem Gürtel, sucht irgendetwas in den Taschen der Weste, schiebt seinen Rollator weiter. Stadtbild seit fast zwei Jahrzehnten, fast genau so lang augenscheinlich allein, fast genau so lang kratzig und alt. Es weht kalt vom Park her durch die Straße. Die Stadt hat ihre Kontraste, nur manchmal sieht man sie besser.)

Again close to noon. Early time out, stumbling through the day and out of the building, face into what at least feels like wind. Grinding noise, scent of concrete from the construction site across the streets. A food messenger dispensing lunch to the front door offices. Janitor having a break under the trees and a cigarette where everyone does, too. (Moving slowly, coughing twice, humming to figure out why todays voice felt and sounded different all morning. Considering food or a longer walk, though very likely to choose the easier option.)

Further down the day. Late lunch break, and a short walk down the road, to open mind for fresh air and some new points of view. Literally. Unsure to say whether time passes more quickly  being booked for meetings or being submerged in actual tasks at hand. The model doesn't know, either, but that doesn't probably mean much. More coffee and cake, as a short-term act of self-care - deserved or not. Watching the birds, listening to the construction site next door, wondering whether to wait for sun.

Gute Idee: Eine Lücke im Tag offen halten, den Mittag hineintun, zwei Schritte zurücktreten vom Fluss der Dinge. Weniger gute Idee: Dafür die Wohnung verlassen. Einige Seitenstraßen weiter kleben Sandalen und Stimmung am Asphalt. Brütende Wärme liegt über allem, noch blendet Sonne von einem Zenit, der sich zusehends in unentschlossene Ahnung von Gewitter hüllt. Auch: Die Wege Anderer kreuzen. Wetter als Konversationshemmnis, im Erwünschten wie im Unerwünschten. Außerhalb des Schattens ist selbst der genickte Gruß eine beträchtliche Hürde. (Langsames Zurückfinden. Kuchen gibt es später.)