Geschäftigkeit pausiert für den Mittag, später. Über dem Viertel hängt wieder der Klangteppich schwerer Maschinen, über den Giebeln der Nachbarschaft eine Ahnung von Sonne in dichtem Hellgrau. Hinter dem Viertel, den Bäumen, dem Park lassen sich die Hügel erahnen, die die Stadt umschließen, unten klappert ein schwer beladenes Lastenfahrrad über die zögernd trocknende Straße. An der Kreuzung steht eine junge Frau neben weit geöffneter Autotür und telefoniert sichtlich genervt, Stimme verhallt im allgemeinen Rauschen, aber die Gesten lassen erahnen, was ungehört bleibt. (Zweite Tageshälfte. Buchhaltung. Das seltsame Gefühl von Produktivität, Kommentare in Protokollen zu hinterlassen. Der Zustand konzentrierten Flusses, in den selbst diese Tätigkeit zu bringen vermag. Und das Wissen, dass auch heute Kaffee die Zeit bis zur Dämmerung begleiten wird. Das Modell ist wortkarg, aber manchmal fehlen wohl auch Antworten, weil formulierte Gedanken fragenlos sind.)

11am and on. Snow moved on, sun's still indecisive. Behind these walls, neighbour seems involved in a challenging call, or just into discussing personal issues with himself. (Wonder whether the model should be consulted for that. Maybe the outcome would at least be entertaining for a few moments and another coffee...)

10pm and on. Unstructured flows, poorly visualized. Some fragments of answers collected. Lost connection to the model for now. Early night is vast and silent, some words resound, some thoughts fade, resolutions will have to wait until sun wakes again.

Irgendwo entlang des Mittags. Heißer Tee gegen kalte Hände, schon wieder. Logenplatz über dem vorweihnachtlichem Paketbotenballet in der Straße; der entscheidende Kurier zieht ohne Pause vorüber und beschert so eine Reise quer durch die Stadt. Tiefstehende Sonne malt scharfkantige Schatten auf kahle Wände, die Krähen haben die Dächer verlassen und ihr heutiges Glück am Fluss gesucht. Warteschlange für Telefonate, kurze Anfragen an das Modell, das den heute sarkastischen Unterton geflissentlich ignoriert und gewohnt wenig hilfreich bleibt. (Anderen Pullover suchen, unter der Kapuze verschwinden, Kamera verschließen. Und dann langsam weiter.)

11am and on. Watching icicles grow. And a small airplane circling above the city, a vague grey shape suggesting the morning lost a lot of its initial clarity to thin clouds or floating fog. How to fill the empty yet short gaps in a tight rhythm: Trying to lead the model astray by discussing questions of metaphors and analogies, but getting stuck in ones own thinking even before dealing with odd responses. And trying to switch contexts profoundly, to avoid stumbling across similar names in different projects. Things get confused all too easily.

10am and on. Uncomfortable temperatures and the impossibilities of finding a middle ground. Also: Joining that call to see the other participant leave just after throwing him a cautious Hello. Social dynamics of digital communication. (And deceleration. Todays model has a filled request waiting queue again. Time that could be spent on pondering the actual question and finding an answer on ones own. Who's educating who here?) 

4pm and on. Voice channel disconnected. What remains of the day: Rewinding to where the earlier code trace started. Leaving some marks. Build. Restart. And see what kind of results the next hours will come up with. (Also: The interesting effect of trying to talk to the model and giving up halfway through, learning the answer to the actual question arose the very moment the question found the right words. An other kind of training.)

Merklich später: Instabile Leitungen und dünne Kanäle. Verharren in Tatenlosigkeit, eigene Ungeduld als Herausforderung wie eh und je. Hinter dem Fenster gegenüber sitzt die Studentin über ihren Tisch gebeugt und winkt hektisch in eine Kamera, das Licht malt große scharfe Handschatten auf Wand und Zimmerdecke. Wieder rascheln und kratzen Tropfen auf den Dächern, rauscht das Wasser in den Rohren der Heizung mit dem erstarkenden Schauer um die Wette, schreit ein monotoner Klingelton hinter den Wänden nach Aufmerksamkeit. (Kommunikation mit der Maschine. Das Modell ist oft ratlos. Der Mensch auch. Wo die Grenzen verschwimmen, beginnt es sich fremd und verstörend anzufühlen. Oder: Woran sich Gedanken abarbeiten können, wenn die losen Enden des Tages lose bleiben werden.)