Weit hinter dem Tag: Ausrasten, im nach innen gewandten Sinn. Irgendwann ist der Abend erneut in die übliche Haltung gerutscht, in der man viel zu lange verharrt und die spürbar wird, sobald es an ungewohnte Bewegungen geht. Strecken, zur Zimmerdecke, Gähnen mit halb geschlossenen Augen. Wieder ein wenig mehr der eigenen Länge gewinnen, knirschend und knackend. Maschinen formen noch einmal Daten, die Bildschirme schon etwas matter. Vor den Fenstern liegt klare unentschlossene Nacht, sich zwischen Herbst und Winter wähnend, in das milde Leuchten der letzten noch wachen Häuser getaucht. (Nebenan erörtern ernste Stimmen Schwerwiegendes, das jeden Ton färbt, auch wenn die Wand Worte und Bedeutung schluckt. Türen schließen, Räume wechseln, bevor die nahenden Träume gar zu hellhörig werden.)

(Wieder fast am Ende des Tages: Versuche, sich selbst und allem anderen, was noch wichtig sein könnte, Zeit zu lassen, und daneben Versuche, zu nutzen, was vor der Nacht noch an hellem Denken bleibt. Immer noch genügend lose Enden, um Ordner und Bücher zu füllen. Und man verfängt sich weniger in den Enden selbst als in den eigenen Gedanken, die konzentriert und nervös um zu viele verschiedene Achsen drehen. In der Wohnung hinter der Wand ist es derweil laut wie immer, aber die bösen sind heiteren Worten gewichen, unter bekannte Stimmen mischen sich fremde, dazwischen klingen Musik und Gläser. Man ertappt sich, leise mitzusummen, wenn man die Melodien kennt. Und hält erst inne, wenn man dem mürrischen Blick einer fast schlafenden Katze begegnet.  Immer kälter wird die Nacht, man hört neue Erzählungen vom Schnee. Sitzt hinter dem Fenster. Und wartet.)