Auch: Umwege und Unwege, Ausweichstrecken gegen die Eile und die Rücksichtslosigkeit. Irgendwann in den letzten Wochen haben sich kleine braune Osterhasen-Graffiti an der Brücke eingefunden und beobachten Passanten, Kraftverkehr, Züge aus dunklen reglosen Augen. Auf dem großen Parkplatz schleicht eine junge Frau verstohlen mehrfach um ihr Fahrzeug, prüft den Zustand von Fenstern und Türen und man nimmt zur Kenntnis, rollt vorüber, blickt anderswohin und fühlt sich peinlicher berührt, als es einem lieb ist. (Sonnenaufgang. Eisige Finger. Gedankenspiele und immer noch nicht richtig da.)

Mittag, kurze Auszeit neben Springbrunnen und Haltestelle. Ein zorniger alter Herr schiebt seinen Rollator quer über mehrere Spuren der Straße, hat eine geöffnete Bierflasche vorn in seiner Tasche stehen, und schimpft bis aufs Äußerste erbost auf die Autofahrer, die ihn wieder und wieder anhupen. Unterwegs im eigenen Universum, und glücklicherweise beschützt genug, der Situation unbeschadet zu entkommen. Einige Minuten entfernt vibriert der Fußboden unter dem Schreibtisch, Einzugsbewegungen auf den niederen Etagen, dazu Werkzeug, ein Bohrer, der immer wieder in die harte Struktur des Hauses gräbt und schmerzhaftes, durchdringendes Kreischen  von sich gibt. Kein Überhören, kein Übertönen. Und dunstiger Himmel, soweit das Auge reicht.

Klamme Finger, kalte Wangen, watteweiße Linien über dem westlichen Horizont. Büroerwachen, zweiter Kaffee geht zur Neige, eigene Maschinerien starten, Unregelmäßigkeiten sind immer eingeplant. Kalender-Tetris. Frisches Wasser für die Blumen. Minimale Ordnung auch hier, für Stimmung und Seele.

Closing in on 4pm. A thin layer of what seem compact clouds, and a soothing blue sky above. That kind of light again that makes old facades feel even older, more venerable, more respectful. Long-running phone calls next door, a printer leaving a paper trail, and a train hissing by on its lane. Ephemeral images of a fast-paced afternoon.

(Auf diesselbe Bahn treffen, die gemessenen Tempos rostige Gleise abfährt. Zum zweiten Mal, am gleichen Morgen, am anderen Ende der Stadt. Sinnieren über fremde und eigene Geschwindigkeit und Tunnel in der Zeit. Die Fassade gegenüber des Büros verliert sich im Erwachen und gelegentlich erblickt man unbekannte Silhouetten in vertrauten Gesten und Posen. Zweiter Kaffee. Aufräumarbeiten. Vieles noch unsortiert.)