Closing in on 4pm. Dropping another stone in todays pond and watching circular waves ripple to its edges. Also: The uncanny experience of receiving calls that haven't been scheduled or agreed on before. A small fly's running across the large display, not stumbling across letters and figures but somehow drawing attention away from what's being written. Clouds breaking.

Gelegentlich begleiten Dinge aus dem Morgen den ganzen Tag. Etwa, heute: Notizen, nunmehr durch Auffinden eigenen Gekritzels in alten Fachbüchern, derer es schon länger nicht mehr bedurfte. Lektüre mit der gut eingeübten Mischung aus Belustigung und Fremdscham; halbe Erkenntnisse, halbe Wahrheiten und die neue Demut, im Nachhinein zu wissen, wie viel von Revelanz man damals eigentlich nicht wusste. (Unten: Kehrmaschine in der Kreuzung, langsam, laut, mit einem Schweif genervter Mittagsreisender hinter sich. Elstern hüpfen über den Dachfirst, finstere Schemen vor grellweißen Wolken. Ein Paketbote brüllt in die Klingelanlage gegenüber. Und immer noch signalloses Knacken in den Kopfhörern. Leere im Blau.) 

Einige Stunden weiter stellen sich Erinnerungen als verschwommen und verpixelt dar. Verhalten tropft neues Licht aus Himmeln, deren heutige Farbe und Struktur noch im Werden scheint. Gegenüber erwachen die oberen Stockwerke, hinter beschlagenen Scheiben wuseln Schatten durch die spärlich erhellte Küche. Unten rumpeln derweil Mülltonnen über die Steine, ein Hausmeister macht sich viel Mühe, Deckel nach Farbe zu sortieren, bis er, zufrieden mit seinem Werk, wieder in Fluren und Kellern verschwindet. (Zusammensammeln der Notizen des Gestern. Versuch einer Sortierung, aufgegeben, weil sich kein plausibles Kriterium finden lässt. Zweiter Kaffee. Noch einmal Luft in den Tag lassen, bevor der Fahrtwind stärker wird. Habt es mild heute!)

(Merklich später: Zurück. Kontextwechsel und geflohene Wirklichkeiten. Man stößt an, erinnert sich, lacht und verschwindet in verschiedenen Richtungen städtischer Weite. Und im eigenen Block, der eigenen Straße sind die Türen längst geschlossen, die Fenster dunkel, die Bürgersteige eingeschlafen. Nacht wird wieder. Aber ein wenig davon bringt man wohl auch immer mit.)

Unterwegs zwischen den Vierteln. Zwielicht, Krähen in den Straßenbäumen, stummer Beton. Die Plätze sind noch fast winterleer, und die eigene Musik übertönt ungewünschte Nähen. Aufgebrochen, um Wege zu kreuzen, das Bier zu trinken, die Worte zu sprechen, und dann liegt einmal mehr Frühling in der Dämmerung, bleibt der Duft an Kleidern und Haaren und Haut kleben und man geht des Gefühls für Entfernung und Zeit kurz verlustig. Tempowechsel, an einem Wochenabend, da draußen.