Unverändert Regen. Unten rollt der Hausmeister verschieden große, verschieden volle Mülltonnen an die Kante des Fußwegs. Zwischen parkenden Autos sammelt sich Wasser in Pfützen, auf denen immer noch Blütenblätter und Pollen über die Reflektionen tief ziehender Wolken treiben. Zwischenstop ohne Kontakte zur Außenwelt. Kaffee, ohne Kuchen, dafür jenen leeren Minuten, in denen die Gedanken sich strukturierter Enge entziehen und wild umhertanzen. (Ein Schritt zurück, das Treiben beobachten. Und danach einsammeln, was zu Bruch ging, hoffend, es möge nichts Wichtiges gewesen sein.)

11am and on. Sounds of the day haven't changed ever since early morning: Traffic on wet streets, electric tools operating on concrete and steel, temporary noises and scratches that rip through the flow of the call. Getting things done, in small chunks. As always.

Figuren zusammensuchen, Spielbrett ausklappen, Neustart im letzten Feld: Wirre Träume, unruhiges Dunkel, Wecker zur Unzeit. Hinterhöfe unter Graugelb, nasse Dächer, ein gleichmäßiges Tropfen auf der Welt. Im Radio erörtert eine unverbindliche Stimme noch ungesehene Einsatzmöglichkeiten künstlicher Intelligenz, das frühe Selbst berührt wieder Fragen von Expertise und eigener Überheblichkeit, aber schlussendlich kratzen die hohlen Verkaufsphrasen weniger schmerzhaft über den noch verschlafenen Geist als der gewöhnliche, schrill-resignierte Zorn dieser Monate. (Gewohnt dichter Plan. Noch kein richtiger Einstieg. Erster Kaffee, in der ganz großen Tasse, während die Nachbarschaft nur zögernd erwacht. Habt es mild heute!)

Schließlich: Nochmal Küchenfenster, noch einige Lichtpunkte verstreut in der formlosen Nacht der Höfe. Immer noch rumpelt das Gewitter mürrisch zwischen hier und dem Wald. Immer wieder jener Moment, in dem der kommende Morgen näher ist als der zurückliegende, in dem man den Überblick verloren hat über die vergangenen Stunden und dann kurz Stichpunkte zusammenträgt und dabei auf Themen stößt, die schon wieder halb verblasst sind, ihre Anhaltspunkte in der Zeit längst verloren haben. (Zusammenfassungen ersinnen. Wissen, was mitgetragen werden muss und was vergessen gehen darf. Am Rande der Aufmerksamkeitsspanne fällt diese Entscheidung genau so schwer wie das Finden passender Worte, selbst für simple Sachverhalte. Schwierig zu meisternde Superkraft: Die eigenen Grenzen würdigen.)

9pm and on. Threatening skies: The thunder wresting against being embraced and enclosed by clouds. Western skies clothed in dense grey, as if night and weather were to team up against late daylight. Sitting close to a slightly opened window, breathing the thick warm air, listening to the harsh silence between the houses, almost afraid to even think a bit louder that very moment.

4pm and on. Heavy traffic, a helicopter hovering the city, and the construction site nearby apparently entering a new, noisy phase of progress. Yet, giving up on headphones because for a moment they feel way too heavy and constraining and uncomfortable. Picking a few random pieces from the box, to assess and maybe assemble these still by today. Afternoon heat rendering most efforts of achieving something rather futile.

Mittag. Donner über den Häusern. Gelegentlich tropft Regen auf warme Bleche, verdunstet, wird erneut Teil schwerer, drückender Wolken. In zweiter Reihe parken Handwerker, laden Kisten mit elektrischen Werkzeugen aus dem verdreckten Transporter. Wieder und wieder klingeln Telefone, draußen, drinnen. Erste Kinder kehren von der Schule heim, späte Pendler starten in die Woche, nebenan klappert Essgeschirr. Der Tag soweit: Wenig Konkretes inmitten von Allem.