Closing in on 10am. Tension in every muscle. Another coffee, a rather deep breath, focusing the infinite for a moment before connecting, watching,  following up. The easier moments the more challenging moments and everything to place itself in between. 

Ein Zwinkern weiter, Mittagslicht, Mittagsschatten und ein Brötchen zwischen zwei Terminen. Die fixen und beweglichen Aspekte des Kalenders kommen einander in die Quere, Ruhezeiten schrumpfen. Gegenüber auf der Terrasse rücken sich neue Gäste ihre Liegestühle zurecht. Der nervöse Sonnenschirm lässt böigen Wind vermuten. Eine Horde Bürobewohner tummelt sich unter den Baumkronen der Innenhofbäume, immer wieder vor den Linsen eines hektischen Fotografen, der Posen, Bewegungen, Blickrichtungen vorgeben will und mit der Sturheit seiner Klienten zu kämpfen hat. Reglose Goldfische im Teich, einige Tauben auf der Reling, jede Menge Metallgrau unter blassem Himmel und die Stunden fliehen ungebremst.

Mittag zwischen Tür, Angel, Tisch, Terminal. Mittag als knappe Zeit für Auffüllen der eigenen Energie, zum Zurechtrücken und Aufräumen im Stapel der begonnenen Dinge, die nach vorn drängen, Fragen stellen, Entscheidungen abverlangen, sich gegenseitig die Aufmerksamkeit streitig machen. Eine neue Flasche Wasser. Ein paar bestätigte Einladungen und eine Flut an Benachrichtigungen, die man erst einmal unbesehen vorüberfliegen lässt. Das Wichtige wird auf jeden Fall übrig bleiben. Immer noch verschattete Fensterfront, aber die drückende Wärme lässt etwas nach. Konzentration schlägt Müdigkeit.

Rituale des Entsperrens: Türen, Rollcontainer, Elektronik an verschiedenen Schwellen. Eine eingeübte Schrittfolge, bei der man ins Straucheln kommt, wenn unerwartetes Verhalten auftritt. Dann kneift man die Augen zusammen und versucht sich Zeichenfolgen zu vergegenwärtigen, die irgendwann im dritten Anlauf Erfolg verheißen. Kurzes Beobachten, ungläubig. Schulterzucken. Konversationen, Straßenbahn, Himmelsleere in der sonnenabgewandten Ferne. Kurzer Nächte lange Tage.

Mittag, in Küche in Treppenhaus in Hinterhof und überall und nirgends zwischen zwei Terminen, dazu ein kurzer Imbiss und ein Glas Wasser und der Klang von Dachdeckerhämmern, die Nägel durch grobe Pappe schlagen, und Erinnerungen an Wiederkehrendes und der Moment hat Worte und Sätze, einen Schwall, der kein Ende findet, während viel mehr begonnen liegt, als beendet werden kann, und der schnelle Fluß der Tage immer mehr die Wahrnehmung für sich beansprucht. Dazu Stadtäpfel an einem Baum fast so hoch wie das Haus, weit oben ein tiefblauer Himmel, und das dahinziehende Jahr hinterlässt seine Zeichen inmitten von Spinnweben, Disteln und erstem trockenem Laub auf den alten verdreckten Steinen. Ein Klingelton, ein Summen in der  Tasche, und die nächste Etappe beginnt.