(Abend ist, wenn auch die Maschinen wieder träger werden. Routinierte Kistentage im Haus gegenüber; Räume mit kahlen Wänden, Räume voller Braun und Grau unter schmucklosen Glühbirnen, Wechselspiele, Aufbrüche. Unten dröhnt ein schweres Motorrad, leise vibriert das Glas auf dem Schreibtisch dazu. Der Mond bleibt unsichtbar, aber sein Schimmer liegt auf kleinen und größeren Wolken, die sich dort scharen, wo der Fluß die nächste Brücke durchquert, und aus der Ferne wie eine schwebende silberne Fantasie wirken. Noch zu früh für Traumbilder.)

Viel später: Halb zwischen Wachen und Schlafen noch einmal richtig aufschrecken, in den Keller trotten mit Schlüssel und Stift. Auf einem Treppenabsatz funktioniert die Lampe nicht, durch die Fenster blicken kalte Sterne aus trübem Firmament, immer wieder verborgen hinter den Schatten der Hofbäume, an denen Sturm reißt und schiebt. Die eigenen Schritte hallen lauter als sonst. Es braucht ein paar Minuten, die Welt gedanklich wieder geradezurücken. (Ein anderer orangefarbener Stern leuchtet noch im Wohnzimmer, und an Abenden wie diesen tut das kleine Licht gut.)

Schließlich: Zurück. Dunkle Räume und einige bunte Bilder, in denen sich der Mittwoch verliert. Mit geschlossenen Augen kurz in die Nachbarschaft lauschen, dem Klappern und Rasseln und Klopfen zuhören, das aus den Häusern klingt, von der Straße her tönt, in den Höfen widerhallt: Schritte, Fahrräder, Mopeds, tönernes Geschirr, ein schwererer Transporter, und Fetzen verschiedener Musik, samt einer groben Ahnung, aus welcher Richtung der Wind diese heranträgt. Der letzte Morgen scheint Meilen zurück zu liegen, aber die Notizen sind trotzdem noch nicht trocken, die Erinnerungen noch nicht sortiert, das Übrig-Gebliebene noch nicht auf das Morgen und Übermorgen verteilt. Es wird wohl so bleiben, heute. Bis wieder Sonne über den Horizont zieht, Geist wieder klarer und Augen wieder größer sind.  

Fortgeschrittener Abend, zwischen Wäschekeller und Hinterhof. Regen verstummte, Mond schläft noch, für einen Augenblick gleitet der Blick nach oben dorthin, wo Wolken den Kosmos und die Sterne verhüllen und Scheinwerfer von irgendwo Unleserliches schreiben. Nachhall der Woche in Gedanken, ein Knäuel loser Enden in der Tasche, so kratzig wie bunt. Auf der Terrasse über der Haustür werden Tisch und Stühle zusammengeklappt, die Luft kühlte ab, schmeckt nach Laub und Wasser und Beton und Bier. In allem schwingt Nacht.