Vorabendlicht im Wartemodus. Manchmal ist man langsamer unterwegs, als man es gern wäre. Und manchmal verharrt man freiwillig reglos und erfühlt den Frühling in all seinen Wirklichkeiten. 

Fenster in Abendsonne, Topfpflanzen und Licht auf einem Vorhang.

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Anderswo prangen wütende Phrasen an gentrifizierten Fassaden. Spielstraße aus Beton und Asphalt, zerkratzter Luxuswagen in einer Schottergarteneinfahrt. Jungerfolgreiche Menschen, die sich Platz suchen und machen. Aber man findet immer irgendwo ein Wohnzimmercafé und ein wenig Abstand von der Welt vor den Türen. 

Tischdekoration in einem Café

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Nahe ferne Vergangenheit. Alle möglichen Erinnerungen, an vage Ängste, Hoffnungen und Möglichkeiten, die in den Jahren verloren scheinen. Vertraute Phrasen, irritierende Gegenwart. Ringsum atmet die Stadt, aber hier steht vieles still.

Alter Wartburg vor Leipzig-Werbung im Zeitgeschichtlichen Forum.

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Halbe Strecke unter Frühlingshimmeln. In der anderen Stadt sitzen zwei alte Herren bei Kaffee und Kuchen, keifen gegen die Welt und sinnieren darüber, wie diese bunthaarigen faulen Jugendlichen früher auf Linie gebracht worden wären. Die bunthaarige junge Frau am Tresen verdreht nur die Augen und begrüßt freundlich einen nächsten Kunden. Mischbrot, Streuselkuchen, Hefegebäck. Kirchglocken zur Mittagsstunde. 

Schatten unter einem modernen Glasdach.

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